Eine Schule, eine Straße und ein Ärztehaus sind in Sigmaringen nach ihm benannt: Doch wer war der Arzt Dr. Theodor Bilharz (1825-1862), berühmter Sohn der Stadt Sigmaringen, wirklich, und was trieb ihn um?
Inwiefern beeinflusst seine damalige Forschung zu Tropenkrankheiten die Wissenschaft noch heute? In einem Brief schrieb Dr. Theodor Bilharz 1851 in die Heimat: „Ich denke, Ägypten ist das beste Land, um Würmer im Allgemeinen und speziell die menschenpathogenen Arten zu studieren.“
In einem anschaulichen Vortrag erklärt Prof. Dr. Christoph Grevelding vom Institut für Parasitologie der Justus-Liebig-Universität Giessen, der sich seit 30 Jahren intensiv mit dem Erreger der Bilharziose (Schistosomiasis) in der Grundlagenforschung auseinandersetzt, die Bedeutung von Bilharz` Entdeckung des Erregers (Schistosomen) einer der häufigsten Tropenkrankheiten weltweit nach der Malaria. Prof. Grevelding wird vor dem Hintergrund weltweit verbreiteter Erkrankungen durch Wurmparasiten das heutige Wissen um die Biologie und medizinische Relevanz der Schistosomen sowie die Probleme ihrer Bekämpfung thematisieren – eine Materie, die auch Europa betrifft.