Leprosenhaus - das älteste Haus Bad Wurzachs
Das Leprosenhaus (13. Jh.) ist das älteste Gebäude Bad Wurzachs und ein Museum zur Geschichte des Hauses sowie Sepp Mahler. Einst Siechenhaus, ist es heute ein einmaliges Kulturdenkmal. Führung: Jeden 3. Sonntag im Monat um 15 Uhr.
Das Leprosenhaus in Bad Wurzach ist ein außergewöhnliches Zeugnis mittelalterlicher Sozial- und Medizingeschichte. Das zwischen 1250 und 1280 gegründete Leprosorium zählt zu den wenigen erhaltenen Siechenhäusern Süddeutschlands und ist in seiner Art nahezu einmalig. Ursprünglich diente es als Spital für an Lepra erkrankte Menschen, die im Mittelalter aus Angst vor Ansteckung meist außerhalb der Stadtmauern untergebracht wurden.
Über Jahrhunderte hinweg war das Haus ein Ort des Leidens, aber auch der Fürsorge. Krankheit, Kriege und gesellschaftliche Umbrüche prägten seine Geschichte. In den 1980er-Jahren wurde das stark in Mitleidenschaft gezogene Gebäude aufwendig und denkmalgerecht restauriert. Heute präsentiert es sich als beeindruckendes Kulturdenkmal, das Einblicke in den Umgang mit Krankheit und Ausgrenzung im Mittelalter gewährt.
Eine besondere kulturelle Bedeutung erhielt das Leprosenhaus 1991 mit der Einrichtung des Museums für Sepp Mahler. Der Maler und Dichter, auch bekannt als „Philosoph der Landstraße“, wurde am 30. Mai 1901 in der ehemaligen Wohnstube des Hauses geboren. Mahler widmete sein künstlerisches Schaffen den Menschen und der Landschaft des Wurzacher Ried. Seine Werke spiegeln eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und dem einfachen Leben wider.
Heute verbindet das Leprosenhaus auf einzigartige Weise mittelalterliche Bau- und Sozialgeschichte mit moderner Kulturvermittlung. Besucher erleben hier nicht nur ein seltenes architektonisches Denkmal, sondern auch einen authentischen Ort regionaler Identität.
Öffnungszeiten (Sommerhalbjahr):
Sonntags und an Feiertagen von 14.00 bis 17.00 Uhr
Führungen jeden 3. Sonntag im Monat
Kontakt
Adresse
Leprosenhaus
Ravensburgerstraße 59
88410 Bad Wurzach