Themenweg

Historischer Stadtrundgang Sigmaringen

Länge 1.5 km Dauer 01:30 h

In jedem Winkel spüren Sie die Kaiser und Könige! Das ist aufregend und beeindruckend zugleich. 

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1. Rathaus, Ehrenmal und Marktbrunnen

Das „erste“ Rathaus wurde 1454 erbaut. In den Jahren 1925 bis 1927 entstand das heutige Hauptgebäude nach Plänen des Architekten Friedrich Imbery. Das für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Bürger von Bildhauer Franz Marmon geschaffene Ehrenmal ziert die West-Ecke des Gebäudes. Es stellt den Alemannenritter Sigmar dar, den historisch nicht belegten Gründer der Stadt.
Der Marktbrunnen entstand 1826; die Brunnenfigur zeigt Graf Johann v. Hohenzollern-Sigmaringen.

2. Prinzengarten

Hier ist der erhaltene Bestand ehemals größerer Parkanlagen zu sehen, die der fürstlichen Familie vorbehalten und im Stil des englischen Landschaftsgartens angelegt waren.

3. Runder Turm (Heimatmuseum)

Er entstand als Wehrturm der alten Stadtbefestigung. Die Wappen an der Außenmauer weisen auf die Schloss- und Stadtbesitzer hin. Das Innere gewährt Einblicke in die wesentlichen Daten der Stadtgeschichte. Der Turm wurde vermutlich im Dreißigjährigen Krieg zerstört und nach seinem Wiederaufbau als Wohnturm genutzt. Unter Hofrat Georg Zimmerer erfolgte 1970 der Ausbau zum Heimatmuseum.

4. Fidelishaus

Nach der Überlieferung soll hier Markus Roy (1577-1622) geboren und aufgewachsen sein. Der Sohn eines Gastwirtes und späteren Bürgermeisters machte sich nach Studien der Philosophie und Rechtswissenschaften als „Advokat der Armen“ einen Namen. Roy entschloss sich zum Ordensleben, wurde Kapuzinermönch mit dem Namen „Fidelis“ und wirkte als wichtiger Volksprediger der Gegenreformation. Nach seiner Missionspredigt im österreichisch besetzten Graubünden wurde er in Seewis erschlagen. Er ist der Erstlingsmärtyrer des Kapuzinerordens; 1746 wurde er heilig gesprochen und hohenzollerischer Landes- sowie Sigmaringer Stadtpatron. In der Hauskapelle befinden sich u.a. die Fideliskanzel, zwei gefasste Reliquien und mehrere
Tafelbilder aus dem 16. Jahrhundert.

5. Stadtpfarrkirche St. Johann

Die Pfarrkirche beim Schloss geht auf die 1247 erstmals bezeugte Burgkapelle zurück. Sie wurde 1583 neu errichtet und diente als Grablege der Grafen von Werdenberg sowie bis 1844 der Fürsten von Hohenzollern- Sigmaringen. In der Zeit von 1756 bis 1763 erstellte Maurermeister Johann Martin Ilg einen weiteren Neubau, der lediglich die Nordwand und den Turm stehen ließ. Bedeutende Künstler waren beteiligt: Johann Jakob Schwarzmann (Stukkateur), Johann Michael Feichtmayr (Altarbauer), Johann Georg Weckenmann (Bildhauer) und der in Sigmaringen geborene Maler Meinrad von Ow. Als eine der bemerkenswertesten Barockkirchen der Region beheimatet St. Johann u.a. den kostbaren Fidelisschrein, das Armreliquiar des hl. Fidelis sowie die Fideliswiege, in die nach altem Brauch die Kinder nach der Taufe kurz hineingelegt werden.

6. Prinzenbau

Der Alte Prinzenbau, eines der ersten Häuser außerhalb der Stadt, war Wohnsitz der Fürstin Amalie Zephyrine und lag im Langen Garten, der sich heute als Prinzengarten hinter den Gebäuden der Karlstraße erstreckt. Erbauer war der fürstliche Bauinspektor Uhl (1822-25). Nach aufwendigen Umbauten beherbergt der Komplex das Staatsarchiv für den Bereich „Regierungsbezirk Tübingen und Hohenzollern“. Der Neue Prinzenbau mit seinen klassizistischen Elementen und einer der ersten Warmwasserheizungen Europas entstand nach Plänen des Bauinspektors Bröm (1842-47).

7. Schloss Sigmaringen

Das Wahrzeichen der Stadt ist seit 1535 Sitz der Grafen und späteren Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Sehenswert sind die Fürstlichen Sammlungen; u.a. eine der größten privaten Waffensammlungen Europas mit ca. 3.000 Exponaten.

8. Ständehaus

Das großzügige Gebäude wurde 1846 bis 1848 nach Plänen des Werkmeisters Wilhelm Laur erbaut. Dem Ständesaal und der geplanten Bestimmung als Landtagsgebäude verdankt es seinen Namen. Die Verfassung von 1833 sah eine landständische
Vertretung vor. Jedoch wurde das Fürstentum Hohenzollern nach den revolutionären Unruhen von 1848 an Preußen übergeben und damit die Landständevertretung überflüssig. Seit über 175 Jahren beherbergt das Gebäude die Landesbank Kreissparkasse Sigmaringen.

9. Karlstraße und Evangelische Stadtkirche

In fast gerader Linie führt die Karlstraße mit ihrer Vielzahl historischer Gebäude zum ehemaligen Kloster Hedingen. Entlang der früheren Allee, die im Volksmund wegen ihrer geruhsamen Regierungs- und Beamten-Atmosphäre mit Frack- und Zylinderträgern auch „Zylindergasse“ genannt wurde, hat sich heute ein modernes Behördenzentrum entwickelt. Die Evangelische Stadtkirche ist eine der wenigen öffentlichen Bauten, die nicht auf die Initiative des Fürstenhauses zurückgeht. Mit ihrem neugotischen Turm wurde sie von 1861 bis 1862 durch Friedrich August Stüler, Preußischer Oberhofbaurat und Schüler Schinkels, errichtet. Stüler baute zeitgleich die Hohenzollernburg bei Hechingen.

10. Bilharzapotheke

Das Geburtshaus der Gebrüder Bilharz, beide renommierte Mediziner, stand an der Kreuzung Anton-/Josefinenstraße. Prof. Dr. Theodor Bilharz (* 25. März 1825, † 9. Mai 1862) lehrte an der Medizinschule in Kairo Anatomie. Des Weiteren hatte er den Auftrag, das dortige Gesundheitswesen neu zu organisieren. Bilharz entdeckte den Erreger, der damals in Afrika weit verbreiteten
Blutharnruhr; nach ihm „Bilharziose“ benannt. Dr. Alfons Bilharz (* 2. Mai 1836, † 25. März 1925), Arzt und Philosoph, übernahm nach über einem Jahrzehnt Aufenthalt in Nordamerika die Stelle des ärztlichen Direktors am Fürst-Carl-Krankenhaus in Sigmaringen.

11. Mühlberg

Direkt gegenüber des Schlossberges gelegen, bietet der Aussichtspunkt einen wunderschönen Blick auf das Schloss, die Donau und weite Teile der Stadt.

12. Hoftheater

Das 1826 von Fürst Anton Alois erworbene Gebäude wurde zum Theater umgebaut und bot 149 Zuschauern Platz. Bis 1949 fanden hier Aufführungen unter den Fürstlich Hohenzollerischen Theaterdirektoren statt. Heute wird das Gebäude als Kino genutzt.

13. Leopoldplatz

Der Platz lag außerhalb der Stadtmauer. Das Reiterstandbild zeigt den Fürsten Leopold. Um den Platz herum entstand unter Fürst Karl von 1835 bis 1840 das Regierungs- und Verwaltungszentrum des Fürstentums; und jenes des preußischen Regierungsbezirks Sigmaringen ab 1850.

14. Josefskapelle

Die Josefskapelle wurde 1629 von Hans Albertal erbaut und 1660 von Michael Beer barockisiert. Die Innenausstattung aus dem
Jahre 1739 stammt von Nikolaus Schütz und Josef Ignaz Wegscheider. Die Kapelle ist ein Ort der Andacht und der Gottesdienste.

15. Alte Schule

Von 1875 bis 1879 nach Plänen des fürstlichen Baurates Josef Laur erbaut, wurde sie bis 1975 als Schulhaus genutzt. 1988 umfassend saniert, konnte das klassizistische Gebäude zum städtischen Kulturzentrum ausgebaut werden. Seitdem beherbergt es die Stadtbibliothek, die städtische Musikschule und ist Veranstaltungsort für Vorträge, Ausstellungen und Musikabende.

16. Landeshaus

Das klassizistische Gebäude war (mit Unterbrechung) bis 1973 Sitz des Hohenzollerischen Landeskommunalverbandes, des Kommunallandtages und des Landesausschusses. Hier lagen die Zuständigkeiten u.a. für das Fürst-Carl-Landeskrankenhaus, die Hohenzollerische Landesbahn, das Sozial- und Straßenwesen sowie für die Kultur- und Wirtschaftspflege.

17. Alter Schlachthof

Im Industriebaustil der Gründerjahre wurde der Alte Schlachthof in den Jahren 1884 und 1885 unter Regierungsbaurat Wilhelm Friedrich Laur errichtet. Der Gebäudekomplex bestand aus dem Hauptgebäude mit Schlachthallen, zwei Hintergebäuden mit Stallungen, Kaldaunenwäsche, Freibank, Kranken-Viehstall und Holzschuppen. Heute sind die „Ateliers im Alten Schlachthof“ ein vielbeachtetes Kulturzentrum

18. Eisenbahnbrücke und Panthelstein

1828 ließ Fürst Anton Alois durch Sprengungen einen Weg um den Mühlberg herum anlegen. Damit schuf er dort die Voraussetzungen für einen Wanderweg, die Bahnlinie und eine Straße. Der Rehbock, gestiftet vom preußischen
Major und Wehrbereichsleiter Eugen Panthel, soll vom Mühlberg auf diesen Felsen gesprungen sein.

Quelle

Sigmaringen