Die Sonderausstellung im Museum Biberach widmet sich hölzernen Altarfiguren und Andachtbildern, die vor ziemlich genau 500 Jahren in Biberach hergestellt wurden.
Diese Kunstwerke lassen auf die Tätigkeit eines meisterhaften Bildschnitzers schließen, der diese Skulpturen für Altarunternehmer fertigt und später eine solche Werkstatt wohl selbst betreibt.
Seit mehr als einem Jahrzehnt fahndet die Restauratorin und Expertin für spätgotische Kirchenkunst Evamaria Popp wie eine „Kunstdetektivin“ nach dem in alle Winde verstreuten Werk dieses bislang weitgehend unbekannten Künstlers. Neben kunsthistorischen Stilvergleichen unternimmt sie dafür umfangreiche werktechnische und materialwissenschaftliche Untersuchungen. Auf dieser Grundlage versucht das Museum Biberach die Annäherung an eine aufregende Künstlervita und inszeniert ein Bild der Reichsstadt Biberach um 1520 – am Vorabend des krisengeschüttelten Zeitalters der Glaubenskämpfe.
Die Ausstellung zeigt etwa zwei Dutzend spätgotische Skulpturen und Reliefs sowie eine Inszenierung der Reichsstadt Biberach mitsamt Künstlerwerkstatt vor 500 Jahren. Die Ausstellung will das im Zunftwesen eingebundene Kunsthandwerk charakterisieren und die damaligen Lebensbedingungen nachvollziehbar machen.
Ein Begleitprogramm mit museumspädagogischen Workshops, Führungen und Vorführungen, Vorträgen und Museumsfesten wird angeboten.