die Geschichte einer ferienstrasse
Die Oberschwäbische Barockstraße
Am 18. Juni 1966 versammelten sich auf Schloss Wolfegg Amtsträger, Adelige und Tourismusverantwortliche und riefen die Oberschwäbische Barockstraße offiziell ins Leben. Seit 60 Jahren begleitet uns die Straße als weithin bekannte und erlebbare Marke. Die Oberschwäbische Barockstraße ist heute das geistige Rückgrat dieser Landschaft im Herzen Europas – ein lebendiger Erzählfaden, der Orte, Menschen und Geschichte zu einem gemeinsamen kulturellen Selbstverständnis verbindet.
Was auf den ersten Blick wie eine lokale Marketingidee aussah, war in Wahrheit das Ergebnis jahrzehntelanger Vermittlungsarbeit zwischen Denkmalpflege, Regionalpolitik und den Verantwortlichen für lokale Kulturgüter. Schlösser, Klöster und Pfarrkirchen, deren barocke Pracht einst Ausdruck politischer und geistlicher Macht war, wollten sich nun gemeinsam positionieren und vermarkten.
Die Idee hinter der Oberschwäbischen Barockstraße
Die Gründungsvision war einfach und zugleich radikal: Statt einzelne Juwelen des Barock museal zu präsentieren, sollte eine vernetzte „Ferienstraße“ mit Erlebnisräumen entstehen. Ziel war es, den Menschen in den Jahren des Wirtschaftswunders zu zeigen, dass sich Ausflüge aufs Land lohnen und kulturelle Entdeckungen auch außerhalb der Städte warten. So entstand die Idee einer touristischen Route, die barocke Baukunst, Landschaft und regionale Kultur miteinander verbindet.
Barocke Kulturschätze zwischen Donau und Bodensee
In der Region Oberschwaben–Allgäu–Bodensee gab es zahlreiche barocke Schätze. Schnell kristallisierten sich erste Routen und Stationen heraus. Die Oberschwäbische Barockstraße verband bald bedeutende Klöster wie Ottobeuren, Zwiefalten und Weingarten mit Residenzen, Landkirchen und weiteren historischen Bauwerken der Umgebung. Damit entstand ein kulturhistorischer Bogen, der sich von der Donau bis zum Bodensee spannt und eine einzigartige Dichte barocker Architektur erlebbar macht.
Von der Idee zum touristischen Netzwerk
In den folgenden Jahren entwickelte sich die ursprüngliche Idee stetig weiter. Wegweiser, Prospekte und Führungen machten aus einzelnen Sehenswürdigkeiten ein zusammenhängendes touristisches Angebot. Die Oberschwäbische Barockstraße wurde zu einem kulturellen Produkt, das:
- den Stolz der Region widerspiegelt
- die barocken Wurzeln sichtbar macht
- auch überregional und international Aufmerksamkeit erzeugt
Seit ihrer Gründung im Jahr 1966 hat sich die Route mehrfach neu erfunden und kontinuierlich erweitert.
Vier Routen durch die barocke Kulturlandschaft
Aus der ursprünglichen Hauptroute entstanden im Laufe der Zeit mehrere verbindende Schleifen:
Diese vier Strecken erschließen die barocke Kulturlandschaft aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Route überschreitet inzwischen sogar nationale Grenzen und reicht bis in die Schweiz. Im Jahr 2026 wird die Strecke zudem erweitert: Der Ort Altshausen wird in die Hauptroute zwischen Aulendorf und Weingarten integriert. Gleichzeitig entsteht eine Verbindung nach Vorarlberg, die das Klostertalmuseum in Wald am Arlberg und das Barockbaumeister Museum in Au einbezieht.
Barock erleben: Kultur, Landschaft und Lebensart
Heute vermittelt die Oberschwäbische Barockstraße weit mehr als historische Fakten. Besucher erleben hier barocke Lebensart mit allen Sinnen:
- Spaziergänge durch historische Klostergärten
- Orgelmusik und Konzerte
- regionale Kulinarik und Tafelfreuden
- eine Landschaft aus sanften Hügeln, die selbst wie eine barocke Kulisse wirkt
Das Netzwerk umfasst inzwischen 793 Kilometer Strecke, 49 Stationen und rund 70 barocke Bauwerke.
Veranstaltungen und kulturelle Highlights
Ergänzt wird das Angebot durch zahlreiche Veranstaltungen und Kooperationen mit Städten und Gemeinden der Region. Ein besonderes Highlight ist die jährlich stattfindende BAROCKwoche, die jedes Jahr ab dem zweiten Samstag im August beginnt. Ausstellungen, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen lassen den barocken Raum als lebendige Kulturlandschaft erlebbar werden. Damit ist die einstige Ferienstraße heute ein kultureller Themenraum mit touristischer Infrastruktur und überregionaler Markenwirkung.
Regionale Identität durch gelebtes Kulturerbe
Die Oberschwäbische Barockstraße zeigt eindrucksvoll, wie regionale Identität entstehen kann: nicht nur durch den Erhalt historischer Bauwerke, sondern durch Geschichten, Erlebnisse und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Viele Bibliothekssäle, Freskenzyklen und Klosterbibliotheken wären ohne diese Initiative vermutlich weniger bekannt geblieben. Die Route macht das barocke Erbe sichtbar und zugänglich.
Barock als lebendiges Erlebnis
Wer die Oberschwäbische Barockstraße besucht, erlebt Barock als lebendiges Zusammenspiel von:
- Architektur und Stuckkunst
- Musik und Spiritualität
- regionaler Kulinarik
- einzigartiger Kulturlandschaft
So entwickelte sich die Route von einem Restaurierungsprojekt zu einer dynamischen Marke, die Tradition, Tourismus und Freizeitgestaltung miteinander verbindet.
Digitale Innovation: Lauschtouren im Jubiläumsjahr 2026
Ein besonderes Highlight im Jubiläumsjahr 2026 sind die neuen Lauschtouren. Diese digitalen Audiotouren für das Smartphone machen verschiedene Orte entlang der Route auf moderne Weise erlebbar. Die Lauschtouren symbolisieren den Übergang von der historischen Ferienstraße zu einer digital erlebbaren Kulturlandschaft – inspirierend, interaktiv und individuell erkundbar.
Autor: Stefan Blank, Reisejournalist
Die Oberschwäbische Barockstraße
Zwischen Ulm, dem Bodensee und der Ostschweiz verbindet die Oberschwäbische Barockstraße eine einzigartige Kulturlandschaft. Prächtige Kirchen, Klöster und Schlösser zeugen vom Glanz des Barock und laden dazu ein, Geschichte, Kunst und Tradition hautnah zu erleben. Entdecken Sie eine Reise voller beeindruckender Architektur und malerischer Landschaften!
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