Fachwerkhaus im Museumsdorf Kürnbach mit flattender Wäsche.

Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach

Altes Leben zum Anfassen und Mitmachen

von Julia Rizzolo - Südenscout 2025

28.05.2025

Der Besuch im Museumsdorf Kürnbach startet mit herrlichem Seifenduft. Der Eingang ist nämlich direkt im Museumslädele. Hier gibt’s einzelne Süßigkeiten aus dem Glas für ein paar Cent (wie früher), es gibt leckere Gutsle und Bombole in vielen bunten Sorten – und eben duftende Seife. Wir schaffen es nach vielen Aahs und Oohs nach draußen aufs Gelände. Rund 40 alte Häuser stehen hier. Die sind alle echt und wurden an ihrem eigentlichen Standort abgebaut und im Museumsdorf originalgetreu wieder aufgebaut – inklusive Einrichtung! Wir finden Nachttöpfe und Suppenkellen, Plumpsklos, Herrgottswinkel, alte Telefone und ein Schaukelpferd, Bauerngarten, Streuobstwiese und mehr.

Im Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach gibt es viel zu entdecken: von Nachttopf bis Schaukelpferd, Bauerngarten bis Briefkasten.
Im Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach gibt es viel zu entdecken: von Nachttopf bis Schaukelpferd, Bauerngarten bis Briefkasten. © Oberschwaben Tourismus GmbH, Julia Rizzolo

Wir durchstöbern einige der Häuser und vespern dann unter alten Obstbäumen. Wattewolken am blauen Himmel, altmodische Wäsche flattert im Wind, Vögel zwitschern und immer wieder spitzelt die Sonne zwischen den Blättern durch. Ist das herrlich! Die oberschwäbische Geschichte ist hier im Museumsdorf zum Greifen nah. Meine Kinder erfahren viel darüber, wie einfach und auch anstrengend das Leben früher sein konnte. Waschmaschine? Spülmaschine? Milch aus dem Supermarkt? Vergiss es! 

Wo gehobelt wird, da fallen Späne: Alte Werkstatt voller Geschichte und Handwerk aus alten Zeiten.
Wo gehobelt wird, da fallen Späne: Alte Werkstatt voller Geschichte und Handwerk aus alten Zeiten. © Oberschwaben Tourismus GmbH, Julia Rizzolo

Überall gibt’s Mitmach-Möglichkeiten für Groß und Klein. Wasserpumpe, Kühe melden, Feuerwehr-Spritze oder die historische Kegelbahn oder Schautafeln mit kleinen Rätseln. Gemeinsam überlegen wir, wer gerne in welches Haus einziehen würde. Mir gefällt das Haus Christ am besten. Das ist so schön klein und gemütlich. Tatsächlich wohnten eine der letzten Mieter hier aber mit sieben Kindern! 

Offene Tür in die Vergangenheit: Blick in die Stube eines alten Bauernhauses mit Schaukelpferd.
Offene Tür in die Vergangenheit: Blick in die Stube eines alten Bauernhauses mit Schaukelpferd. © Oberschwaben Tourismus GmbH, Julia Rizzolo

Überhaupt kommt man den Menschen von damals hier im Museumsdorf emotional sehr nah. Wir erfahren Namen und Berufe, Sorgen und Nöte, Wünsche und Glücksfälle. Fast als wären wir direkt in die Vergangenheit gereist. Wir haben Kürnach an einem „normalen“ Tag besucht. Es gibt aber auch tolle Thementage oder Führungen. Von alten Kinderspielen bis Moscht, von Kräuterführung bis Handwerkertag. Oder spezielle Angebote für Schulklassen und Kinder-Geburtstage.
Ach, ich könnte ewig schwärmen. Von dem gigantisch tollen Abenteuerspielplatz, den süßen Ziegen und lustigen Hühnern oder dem leckeren Kuchen, der Mini-Dampfbahn oder der historischen Kegelbahn. Für Kinder gibt es eine Museumsralley. Wer alle Stationen findet und abstempelt, bekommt am Ende eine kleine Überraschung. 

Landleben wie früher: Alte Bauernhäuser zwischen blühenden Wiesen und weitem Himmel.

Landleben wie einst: Alte Bauernhäuser zwischen blühenden Wiesen und weitem Himmel. © Oberschwaben Tourismus GmbH, Julia Rizzolo

Am Ende unseres Besuchs sitzen wir bei Kuchen und Eis in der Sonne und überlegen, was allen am besten gefallen hat. Mir haben es vor allem die Werkstätten angetan. Auch diese sind authentisch und stammen von Handwerkern aus der Gegend. Dort sind so viele kleine Details verborgen. Nur kurz dran vorbeigehen ist gar nicht möglich! Alle Räume sehen aus, als würde der Meister gleich um die Ecke biegen oder der Pumuckl aus einer Schublade springen. 

Im Museumslädele des Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach duftet es nach Seife, Süßigkeiten gibt’s einzeln aus dem Glas – wie früher.
Im Museumslädele des Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach duftet es nach Seife, Süßigkeiten gibt’s einzeln aus dem Glas – wie früher. © Oberschwaben Tourismus GmbH, Julia Rizzolo

Dann darf sich jeder im Lädele ein Päckle Gutsle als Andenken aussuchen. Ich entscheide mich für rot-weiß gestreifte Pfefferminz-Bonbons. Mein Mann nimmt Ingwer-Zitrone. Die lassen wir uns zuhause schmecken und denken an unseren schönen Tag im Museumsdorf.
Es ist zwar fast unmöglich, an einem Tag alles genau anzuschauen und zu genießen. Aber das ist vielleicht auch gut so – das gibt uns einen Grund, mal wieder herzukommen. 

Mehr Informationen

  • Land- & StadtGeschichten

    Zahlreiche Erlebniswelten lassen Geschichte und Geschichten lebendig werden und bieten die Möglichkeit aktiv in die Region einzutauchen. So lässt sich in den Freilichtmuseen das Leben früherer Generationen nachempfinden. Aber auch die Schlösser und Burgen der Region öffnen ihre Türen und Tore und erlauben Besuchern in längst vergangene Zeiten einzutauchen. 

    Alle Informationen zur Öchslebahn und weiteren Erlebniswelten finden Sie hier.

  • Natur- & GesundZeit

    Oberschwaben-Allgäu lädt dazu ein, Körper und Seele etwas Gutes zu tun und sich eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Ob endlose Sommertage am Badesee, kleine und große Ausflüge oder Erkundungstouren durch die herrliche Natur mit dem Rad oder zu Fuß – hier finden Sie Zeit und Raum für Entspannung und Entschleunigung.

    Einen Überblick über naturnahe Orte finden Sie hier.

  • Oberschwäbische Barockstraße

    860 Kilometer, vier Routen und über 50 barocke Erlebnisstationen! Im Jahr 1966 wurde die Oberschwäbische Barockstraße als eine der ältesten Kultur- und Ferienstraßen ins Leben gerufen.

    Eine Reise entlang der Oberschwäbischen Barockstraße öffnet einen immer neuen Blick auf die Besonderheiten des barocken Lebensgefühls. Klöster, Abteien und Kirchen, prunkvolle Schlösser und Adelssitze gehören ebenso dazu wie die ausgeprägte barocke Landschaft.

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