Die Klosterbäckerin erzählt bei einer Führung aus dem Klosteralltag in Weingarten.

Klosterbäckerin-Führung in Weingarten

Eine Zeitreise ins barocke Klosterleben

von Julia Rizzolo - Südenscout 2025

10.11.2025

Wie haben die Menschen im Kloster Weingarten vor Jahrhunderten gelebt?
Bei der Kostümführung mit der Klosterbäckerin geht es auf eine unterhaltsame Zeitreise durch die Geschichte des Benediktinerklosters: Mit spannenden Geschichten, historischer Kulisse und barocker Lebensart zwischen Schlössle und Basilika.

Was Besucherinnen und Besucher bei der Führung erleben

  1. Vom Schlössle zum Kloster

Die Führung startet im Garten des Stadtmuseum Schlössle in Weingarten. Durch die Stadt und durch die Weinreben geht es auf den Martinsberg zum Kloster hinauf.

2. Klosteralltag im Barock 

Fruchtkasten, Weinkeller und viele „Geschichtle“ erzählen vom Klosteralltag im barocken Weingarten. Sie zeigen, wie die Menschen zur Barockzeit wirtschafteten und lebten. 

3. Basilika Weingarten

Vor der Basilika endet die Stadtführung. Die imposante Kirche kann danach auf eigene Faust erkundet werden. Die Basilika Weingarten wurde 1724 geweiht und ist die größte barocke Kirche nördlich der Alpen.

Mein Eindruck: Persönlicher Erlebnisbericht von der Führung

Ach, Leute… Selten hab ich so eine schöne Stadtführung erlebt – und das lag nicht daran, dass es am Ende Kekse für alle gab (na gut, vielleicht ein bisschen)!

Aber von vorne…

Gespannt warten alle im Garten des Stadtmuseum Schlössle in Weingarten. Hier ist es so herrlich ruhig, obwohl es mitten in der Stadt ist. Doch zum Pause machen sind wir ja nicht hier. Wir wollen etwas erleben und uns von der Klosterbäckerin mehr über die Weingartner Klostergeschichte erzählen lassen.

Die Klosterbäckerin kommt nicht allein! Sie hat ihre Freundin Cäcilia Pfeifer dabei. Das Besondere an der Kostüm-Führung sind nämlich nicht nur die historischen Gewänder oder das Schauspiel der Damen, sondern Cäcilias Flötenspiel. An jedem Erzähl-Stop lauschen wir der schönen, alten Musik. Das sind fast wie Zaubertöne. Mit dieser musikalischen Untermalung ist die Stimme viel intensiver. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Als ob die Töne aus der Flöte direkt ins Herz rein schweben. 

Wir ziehen hinter den beiden Damen durch die Stadt und durch die Weinreben auf den Martinsberg zum Kloster hinauf. Dort erfahren wir in Anekdoten und Geschichtle mehr über das Leben zur Barockzeit, also vom Jahr 1600 an. Wir erfahren so wichtige Dinge wie das hier: Brot im Bett zu essen bringt Unglück, weil es die Hexen anlockt. Werde ich mir vorsichtshalber merken! Erstaunliche Fakten gibt’s auch: Mir war zum Beispiel gar nicht klar, wie weit die Ländereien und Besitztümer des Klosters gereicht haben – von Immenstaad am Bodensee bis nach Kißlegg im Westallgäu.
Wir halten an der Statue des Heiligen Nepomuk, der zur Zeit des Barock so etwas wie ein Superstar unter den Heiligen war. 

Ein weiterer Stopp ist am so genannten „Fruchtkasten“. Der wurde ab 1685 erbaut und diente als Getreidespeicher und Weinkeller. Heute gehört das riesige Gebäude zur Pädagogischen Hochschule.
Vor der Basilika endet unsere Stadtführung mit einem letzten Flötenspiel und viel Applaus für die beiden tollen Schauspielerinnen. Die imposante Kirche erkunden wir danach auf eigene Faust. Drei Pilgerpfade führen direkt durch sie hindurch, darunter der berühmte Jakobsweg. Wieder mal so ein Ort, wo die Zeit stehen geblieben zu sein schein und die Atmosphäre „dieses gewisse Etwas“ hat. 
Ich war schon so oft in Weingarten, aber ich merke es mal wieder: Durch eine Stadtführung schaut man die Häuser und Gassen mit anderen Augen an.

Warum sich die Führung lohnt

  • Geschichte wird auf anschauliche und lebendige Weise vermittelt.
  • Die lebhafte Kostümführung bietet spannende Einblicke in vergangene Zeiten.
  • Das frühere Leben im Kloster wird den Besucherinnen und Besuchern in interessanter Weise näher gebracht.
  • Die Führung ist eine ideale Ergänzung für einen Ausflug in die Region Oberschwaben-Allgäu.

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