Alamannenmuseum
Als 1952 bei Bauarbeiten zufällig erste Überreste eines Gräberfeldes entdeckt wurden, ahnte noch niemand, welche Bedeutung dieser Fund für die Erforschung der frühmittelalterlichen Geschichte haben würde. Nach und nach stellte sich heraus, dass man auf eines der größten Reihengräberfelder in Südwestdeutschland gestoßen war. Über viele Jahre hinweg wurden zahlreiche Funde sorgfältig geborgen, wissenschaftlich untersucht und aufwendig restauriert.
Heute können die wertvollen Zeugnisse im Alamannenmuseum der Stadt Weingarten besichtigt werden. Die Ausstellung vermittelt einen faszinierenden Einblick in das Leben der Menschen vor mehr als 1.000 Jahren. Zu den herausragenden Funden gehören hauchdünne Goldblattkreuze, die von der frühen Ausbreitung des Christentums zeugen. Kostbare Fibeln zeigen die hohe Kunstfertigkeit frühmittelalterlicher Handwerker und Schmiede. Besonders selten sind Objekte mit Runeninschriften, die einen unmittelbaren Einblick in die Schrift- und Sprachwelt der Alamannen ermöglichen.
Auch zahlreiche Alltagsgegenstände erzählen vom Leben der damaligen Bevölkerung. Aufwendig gearbeitete Kämme und Pinzetten zeigen, dass Körperpflege und ein gepflegtes Erscheinungsbild durchaus eine Rolle spielten. Damit widersprechen die Funde dem Bild, das römische Quellen teilweise von den Menschen jenseits des Limes als ungepflegte „Wilde“ zeichneten.
Eine Hörstation lässt zudem die althochdeutsche Sprache wieder lebendig werden und macht die Vergangenheit auf besondere Weise erfahrbar. So verbindet das Alamannenmuseum archäologische Funde mit spannenden Geschichten und vermittelt anschaulich, wie vielfältig und kulturell entwickelt das Leben im frühen Mittelalter war.
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Alamannenmuseum
Scherzachstraße 1
88250 Weingarten